Poesiefestival Berlin und die Türkei


Am 5.6.2014 beginnt das 15. Poesiefestival Berlin in der Akademie der Künste. Und gleich zwei Tage später, am 7.6.2014 veranstaltet die Literaturwerkstatt im Rahmen des Festivals den Thementag „Türkei“. Denn bei den Protesten im Gezi-Park spielte die Lyrik von Anfang an eine wichtige Rolle: Verse wurden auf Häuser gemalt, Lyrikbände an Demonstranten verteilt, es wurden Gedichte vorgetragen und geschrieben. Die Literaturwerkstatt lässt einige der Autoren und Künstler, die in direkter Verbindung zur Protestbewegung stehen, an diesem Abend zu Wort kommen.

pob_2014In der Akademie der Künste geht’s um 18 Uhr los mit einer Diskussion zum Thema „Gezi-Park und Hackerwahrheit“. Moderiert wird die Veranstaltung von Deniz Yücel, Redakteur bei der tageszeitung und im Frühsommer 2013 vor Ort  in Istanbul. Sein Buch „Taksim ist überall“ (Leseempfehlung!) ist im März bei Edition Nautilus erschienen.

Im Anschluss an die Diskussion findet um 20 Uhr die Lesung „Türkei –Aufruhr in Versen“ statt. Hier werden Gökçenur Ç. und andere türkische Dichter (u.a. Onur Behramoğlu, Neslihan Yalman) ihre Gedichte und Verse zu dem Thema Gezi vortragen. Das Gedicht „Gasmaske, Taucherbrille, Talcid und Milch“ von Gökçenur Ç. hat sich übrigens einen Platz in „Gezi – eine literarische Anthologie“ (natürlich ebenfalls Leseempfehlung!), gerade bei uns erschienen, gesichert.

Ab 22 Uhr wird das Ende des Tages mit einem Konzert abgerundet: Viele berühmte Musiker wie Tarkan, Mor ve Ötesi und Duman beteiligten sich an den Protesten in der Türkei. Die deutsch-türkische Band Panzehir (Gegengift) interpretiert einige ihrer bekanntesten Lieder.

 

Am 11.6.2014 um 17 Uhr wird es im Rahmen des Poesiefestivals eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Schwindel der Wirklichkeit – Ziviler Ungehorsam“ geben, zu der auch ich (Selma) eingeladen bin. Gemeinsam mit anderen Gästen Carsten Gericke (Rechtsanwalt), Canan Bayram (Bündnis `90/Die Grünen), Prof. Bernd Lindner  (Kultursoziologe) sowie dem ukrainischen Dichter Serhij Zhadan werden wir  darüber sprechen, in welchen Formen Ziviler Ungehorsam stattfindet. Er ist oft die einzige Möglichkeit, in ein gesellschaftliches Räderwerk einzugreifen, und seine Formen tragen nicht selten phantasievolle, poetische Züge: Der Satz „Wir sind das Volk“ wurde zur Parole für den Sturz des Sozialismus in der DDR, der Buch-Leser im Gezi-Park zum Symbol für gewaltfreie Aktionen und die Protestaktionen auf dem Maidan setzten die Energien frei, um das Janukowitsch-Regime zu Fall zu bringen.

Das gesamte Programm des Festivals uns detaillierter Informationen über die wohl zehn poetischsten Tage Berlins findet ihr auf der Webseite des Festivals.

 

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