Keyif

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Die einzige Chance auf die man sich verlassen kann,  ist tatsächlich diejenige, die man sich selbst schafft.  (Napoleon Hill) 

Die einzige Chance die türkische Literatur, die ich mag, den deutschen Lesern zu eröffnen, war, selbst einen Verlag zu gründen. Nur einigen wenigen Lesern, die aus der Flut von Büchern diese Literatur für sich entdeckt haben, offenbarte sich bisher der Reichtum der türkischen Sprache, Kultur und Lebensvielfalt.

Schon seit vielen Jahren genieße ich, privilegiert dadurch, dass ich der türkischen Sprache mächtig bin, türkische Literatur. Ich suchte zum Austausch über diese Werke Gleichgesinnte, die wie ich in Berlin leben, in türkischer Sprache lesen können und Freude am lesen haben. In diesen vielen Jahren fand stets ein reger Austausch statt, den ich mit Begeisterung meinen nicht türkisch lesenden Freunden und Bekannten weitergab. Und stets wurde der Wunsch geäußert, diese Bücher auch lesen zu wollen. Die Nachfrage nach Übersetzungen aus der türkischen Sprache ins Deutsche stieg mit der Verleihung des Nobelpreises an Orhan Pamuk im Jahr 2006, mit dem Gastauftritt der Türkei  auf der Frankfurter Buchmesse 2008 und mit dem Status Istanbul’s 2010 als Kulturhauptstadt.

Bleibt zu klären, was diese Werke so besonders macht. Die türkischsprachigen unter uns werden sofort wissen was ich meine, wenn ich sage, diese Bücher zu lesen bringt viel „keyif“ mit sich.

Keyif wird in den Wörterbüchern mit gute Laune, Stimmung, Vergnügen oder Enthusiasmus übersetzt. Keine dieser Übersetzungen trifft das Gefühl, das dieses Wort meint.

Keyif ist vielmehr ein Gemüts- oder Geisteszustand, in der man sich befindet, nach dem Anblick der Schönheit eines Ortes oder einer Person, dem Genuss schöner Musik, der Wahrnehmung von angenehmen Düften oder aber nach dem Lesen eines guten Buches, das einen in unbekannte neue Welten entführt oder sich einfach nur einer wunderschönen Sprache bedient.

In dem Gedicht Orhan Veli Kanik’s findet sich keyif wieder, wenn er voller Sehnsucht die Schönheit Istanbul’s beschreibt:

„Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen. Zuerst weht ein leichter Wind. Leicht bewegen sich die Blätter in den Bäumen. In der Ferne, weit in der Ferne. Pausenlos die Glocke der Wasserverkäufer. Ich höre Istanbul meine Augen geschlossen.“

Binooki möchte jenen Genuss ihren Leser zukommen lassen. Sehr gute Übersetzungen zeitgenössischer Literatur junger und bekannter Autoren werden dem Leser eine neue Welt eröffnen.

Trete ein in die neue Welt….

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2 thoughts on “Keyif

  1. Ich muss sagen, ich finde es extrem mutig von euch so ohne Erfahrung einfach mir nichts dir nichts einen Verlag zu gründen. Aber die Idee ist toll und ich freu mich schon auf sher auf eure Bücher. Bisher habe ich nur von Orhan Pamuk gehört, aber was ihr hier so schreibt, klingt sehr spannend.

    Ich finde es auch wichtig zu zeigen, dass die Türkei mehr ist als nur die Dönerläden, die die meisten hier in Deutschland damit in Verbindung bringen. Ich will jetzt jedenfalls Keyif kennen lernen. ;)

    Ich wünsche euch alles Gute und drück euch die Daumen!

    Viele Grüße
    Maria

    • Liebe Maria, ich muss gestehen… also wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das manchmal auch ganz schön mutig. Meistens denke ich aber nicht darüber nach, sondern mache einfach das, was als nächstes gemacht werden muss. Bisher hat das auch ganz gut geklappt.

      Ich danke dir/wir danken dir auf jeden Fall für deine Glückwünsche und hoffen, dich auf eine Reise mitnehmen zu können, auf der du “Keyif” richtig kennenlernst.

      Viele Grüße und bis bald!

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