#berlinliestbinooki – Lesung aus “Unsere große Verzweiflung”

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In vielen Bereichen unseres Lebens besitzt die Phase des Aufbaus eine besondere Faszination. Man wird Zeuge des Wachstums, erlebt den Wandel und fühlt eine gewisse junge Lockerheit im Umgang mit der Situation. Vielleicht ist es die Eigenschaft, noch nicht etabliert zu sein, die uns so am Aufbau fasziniert. Im Hinblick dessen war die Buchvorstellung des Berliner binooki Verlags im FluxBau am Dienstag Abend ein perfektes Zusammenspiel.

Der Fluxbau: Raum für Ideen

binooki-fluxbau-spreeufer-berlin-kreuzbergbinooki lud im Rahmen des eigenen – zum Anlass des 12. Internationalen Literaturfestivals Berlin ins Leben gerufenen – literarischen Foto-Contests zur Lesung in das alte Gebäude direkt am Kreuzberger Spreeufer.

Dort, auf dem Berliner Wasser sieht und spürt man diesen Aufbau und die Aufbruchstimmung in allen Räumen. Der Berliner Radiosender FluxFM eröffnete vor kurzem den FluxBau als “Vereinsheim” für die Berliner Kreativszene. Weder pompös noch elitär stellt sich dieses, im Rohbau anmutende alte Gebäude dar. Vielmehr soll es ein Ort für Künstler, Kreative und deren junge, frische Ideen sein.

 

Platz für diese Ideen ist da, in den weitläufigen Räumen im Rohputz-Gewand. Stühle, Tische und ein Raum, der die Fotos der Teilnehmer an binookis Wettbewerb auf einer Leinwand präsentierte. Mit dieser Aktion ging der junge Berliner Verlag für türkische Literatur erneut innovative, frische Wege und regte seine Heimatstadt zum lesen an.

Vom 4. bis 18. September hing binooki mehrmals Leseproben des neu erschienen Buches “Unsere große Verzweiflung” von Jungautor Barış Bıçakçı an bekannten oder markanten Orten Berlins auf. Über den Fotodienst Instagram machten die Teilnehmer dieses Wettbewerbs kreative Fotos von sich selbst, der Umgebung oder anderen Menschen – und dies natürlich in Verbindung mit der Literatur. Alle Fotos wurden dann direkt online dargestellt und nahmen an der Verlosung teil.

Der Abschluss dieses literarischen Foto-Contests war nun die Lesung von “Unsere große Verzweiflung” im FluxBau, für welche binooki den Schauspieler Ercan Altun gewinnen konnte.

Ein junger Verlag, ein junger Schauspieler und ein junger Veranstaltungsort – weit mehr als ein weiteres Puzzleteil der sich ewig im Wandel befindlichen Hauptstadt. Vielmehr war es ein facettenreicher Beweis, dass kreative, multikulturelle Modelle keinesfalls gescheitert, sondern eher erfolgreich sind.

In einem Interview auf FluxFM kurz vor der Lesung beantwortete Selma Wels, eine der beiden Verlegerinnen und Schwestern, die Frage, woran junge türkische Autoren denken und was sie beschäftigt recht klar – sie denken an das gleiche woran auch andere junge Autoren aus unterschiedlichsten Ländern denken und beschäftigen sich mit den gleichen Themen.

Etwas machen zu wollen, was man liebt und woran man glaubt – diese Überzeugung kennt weder Ländergrenzen noch Nationalitäten.

Eine Lesung mit Gefühl

berlinliestbinooki-lesung-unsere-grosse-verzweiflungWährend Ercan Altun am Dienstag Abend vor den Augen der 50 Gäste aus dem Buch Barış Bıçakçı’s vorliest, erkennt man diese Überzeugung.

Die Gäste hören der Lesung gespannt zu, die eine Geschichte über die älteste Sache der Welt erzählt – die Liebe. Darin beschreibt der in Adana geborene Autor die Beziehung von zwei Männern, die beide in die gleiche Frau verliebt sind.

Humor, Emotionen, Hoffnungen und Angst, in den 45 Minuten schaffte es Altun gekonnt, die Zuhörer mit seiner Stimme einzufangen und die Charaktere in Barış Bıçakçı’s Roman zum Leben zu erwecken.

Zum Ausklang des Abends fanden sich die Zuhörer zusammen mit den beiden Verlagsschwestern Selma Wels und Inci Bürhaniye, deren Freunden und Familie und natürlich dem Gast des Abends, Ercan Altun, auf der atmosphärischen FluxBau Terrasse direkt auf der Spree zu entspannten Dialogen rund um Literatur, Sprachen und Visionen.

Der Abend versprühte den Charme des Aufbaus und die Ideenvielfalt eines Berliner Verlags, einem Ort des Miteinanders und dem Blick für türkische Literatur.

Geschrieben von Gastautor Robert Jerzy.

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